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Arbeitsschutz im Lager: Sicherheit als Erfolgsfaktor für Unternehmen
Die Logistik ist das Rückgrat vieler Unternehmen und sorgt dafür, dass Waren effizient gelagert, transportiert und...
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Holger Urbschat
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27.04.2026 07:16:22
Die Logistik ist das Rückgrat vieler Unternehmen und sorgt dafür, dass Waren effizient gelagert, transportiert und verteilt werden. Gleichzeitig birgt sie jedoch zahlreiche Risiken für Mitarbeitende und Prozesse. Ein hohes Sicherheitsniveau im Lager ist daher nicht nur gesetzliche Pflicht, sondern ein zentraler Bestandteil nachhaltigen Wirtschaftens. Denn sichere Arbeitsbedingungen reduzieren Ausfallzeiten, vermeiden Kosten und tragen langfristig zur Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens bei.
Unfälle verursachen nicht nur menschliches Leid, sondern auch erhebliche wirtschaftliche Schäden – durch Produktionsausfälle, Reparaturen und mögliche rechtliche Konsequenzen. Umso wichtiger ist es, Risiken frühzeitig zu erkennen und gezielt zu minimieren.
In diesem Beitrag erfahren Sie:
Arbeitsschutz im Lager ist gesetzlich verpflichtend und bildet die Grundlage für sichere Arbeitsplätze. Eine zentrale Vorschrift ist die DGUV Regel 108-007 „Lagereinrichtungen und -geräte“, die Anforderungen an Planung, Betrieb und Prüfung von Lagereinrichtungen definiert. Zusätzlich müssen Unternehmen unter anderem folgende Vorgaben einhalten:
Diese regeln unter anderem:
Unternehmen, die diese Anforderungen konsequent umsetzen, schaffen nicht nur Rechtssicherheit, sondern reduzieren aktiv das Unfallrisiko und stärken das Vertrauen ihrer Mitarbeitenden.
Die Gefährdungsbeurteilung ist das Herzstück eines wirksamen Arbeitsschutzkonzepts. Ziel ist es, alle potenziellen Risiken systematisch zu identifizieren, zu bewerten und geeignete Maßnahmen abzuleiten.
Dabei werden unter anderem geprüft:
Wichtig ist, dass jede Tätigkeit im Lager individuell betrachtet wird. Die Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung müssen sorgfältig dokumentiert werden und als Grundlage für konkrete Maßnahmen dienen. Gleichzeitig ist es entscheidend, die Beurteilung regelmäßig zu überprüfen und bei Veränderungen im Lager oder in den Arbeitsabläufen zu aktualisieren. Nur so kann ein dauerhaft hohes Sicherheitsniveau gewährleistet werden.

Flurförderzeuge wie Gabelstapler sind unverzichtbar – gleichzeitig zählen sie zu den größten Unfallrisiken im Lager.
Laut DGUV wurden 2021 über 83.000 Arbeitsunfälle im Zusammenhang mit Förder- und Lagertechnik erfasst, davon mehr als 34.000 im Bereich Stapler und Transportgeräte.
Die häufigsten Ursachen sind:
Diese Unfälle führen häufig zu schweren Verletzungen wie Quetschungen, Brüchen oder Kopfverletzungen. Erfahren Sie mehr über unsere Sicherheitsmaßnahmen und nachhaltigen Lösungen in unserem aktuellen Nachhaltigkeitsbericht.
Unternehmen können das Unfallrisiko im Lager bereits mit gezielten, oft einfach umsetzbaren Maßnahmen deutlich reduzieren. Eine zentrale Rolle spielen dabei regelmäßige Schulungen, durch die Mitarbeitende und Staplerfahrer für Gefahren sensibilisiert und im sicheren Umgang mit Geräten geschult werden.
Ebenso wichtig ist eine klare und gut sichtbare Trennung von Fahr- und Fußwegen, um Kollisionen zu vermeiden. Moderne Assistenzsysteme können zusätzlich dabei helfen, kritische Situationen frühzeitig zu erkennen und Unfälle zu verhindern. Auch die regelmäßige Prüfung von Regalanlagen und Arbeitsmitteln trägt wesentlich zur Sicherheit bei.
Optimierte Lichtverhältnisse verbessern die Sicht und reduzieren das Risiko von Fehlbedienungen oder Zusammenstößen. Darüber hinaus sollte die Lagerung von Gütern stets sicher und durchdacht erfolgen, indem schwere Lasten unten und leichtere Waren in höheren Ebenen platziert werden. Freigehaltene und eindeutig gekennzeichnete Verkehrswege sorgen zusätzlich für einen reibungslosen und sicheren Ablauf im Lager.
Grundsätzlich gilt dabei: Technische Maßnahmen sollten immer Vorrang vor organisatorischen oder personenbezogenen Maßnahmen haben, um ein möglichst hohes Maß an Sicherheit zu gewährleisten.
Toyota Material Handling bietet eine Vielzahl innovativer Lösungen, um die Sicherheit im Lager nachhaltig zu verbessern und gleichzeitig die Produktivität zu steigern. Im Mittelpunkt stehen dabei intelligente Assistenzsysteme, die Fahrer aktiv unterstützen und Risiken im täglichen Betrieb gezielt reduzieren.
Ein zentrales Element ist Toyotas einzigartiges System für Aktive Stabilität (SAS). Es sorgt für eine deutliche Erhöhung der Fahrstabilität von Gabelstaplern, insbesondere in kritischen Fahrsituationen wie Kurvenfahrten. Durch automatische Eingriffe bei instabilen Fahrzuständen trägt SAS maßgeblich dazu bei, das Risiko von Kippunfällen zu minimieren und die Sicherheit im täglichen Einsatz spürbar zu erhöhen.
Das kamerabasierte Assistenzsystem SEnS+ sorgt insbesondere bei Rückwärtsfahrten für mehr Sicherheit im Lager. Es erkennt Hindernisse frühzeitig, unterscheidet zwischen Objekten und Personen und warnt den Fahrer in potenziellen Gefahrensituationen. Gleichzeitig wird die Geschwindigkeit automatisch reduziert, wodurch insbesondere in unübersichtlichen Bereichen das Unfallrisiko deutlich gesenkt wird.
Der auf der LogiMAT 2026 neu vorgestellte Ultraschall-Fußschutz (ODA) für Nieder- und Hochhubwagen erkennt Personen in drei Gefahrenzonen und passt die Gerätesteuerung entsprechend an. Insbesondere das Risiko von Fußverletzungen kann dadurch deutlich reduziert werden – ein entscheidender Sicherheitsfaktor im innerbetrieblichen Transport.
Neben diesen Assistenzsystemen spielt auch die Ergonomie eine zentrale Rolle für die Arbeitssicherheit. Die Flurförderzeuge von Toyota sind so ausgelegt, dass sie die körperliche Belastung der Fahrer minimieren und ein komfortables, intuitives Arbeiten ermöglichen. Eine reduzierte Ermüdung führt zu einer höheren Konzentration im Arbeitsalltag und damit direkt zu mehr Sicherheit und Produktivität.
Auch digitale Sicherheitsfunktionen leisten einen wichtigen Beitrag: Mit dem Pre-Operational Check (Pre-Op-Check) können Geräte vor Einsatzbeginn systematisch überprüft werden, um technische Mängel frühzeitig zu erkennen und Ausfälle zu vermeiden. Ergänzend stellen Fahrerberechtigungen sicher, dass ausschließlich geschulte und autorisierte Personen Zugriff auf die Stapler haben.
Das Flottenmanagementsystem I_Site ermöglicht darüber hinaus eine datenbasierte Analyse von Kollisionen und typischen Unfallstellen im Lager. Unternehmen erhalten so wertvolle Einblicke in sicherheitskritische Bereiche und können gezielt Maßnahmen ableiten, um Risiken nachhaltig zu reduzieren und Prozesse kontinuierlich zu optimieren.
Diese ganzheitlichen Lösungen zeigen: Moderne Sicherheitstechnologie geht weit über den reinen Unfallschutz hinaus. Sie verbindet den Schutz der Mitarbeitenden mit effizienteren Abläufen und wird damit zu einem wesentlichen Bestandteil nachhaltiger Unternehmensführung. Das hat Mattias Allring, Director Strategic Innovation bei Toyota Material Handling Europe, eindrucksvoll in seinem Vortrag auf der LogiMAT 2026 aufgezeigt:
Erfahren Sie, wie Sie die Sicherheit in Ihrem Lager gezielt verbessern können - unsere Expert*innen beraten Sie gern!
Beratung anfragen
Arbeitsschutz im Lager ist weit mehr als eine gesetzliche Pflicht. Er ist ein zentraler Erfolgsfaktor für Unternehmen – wirtschaftlich, organisatorisch und sozial.
Eine strukturierte Gefährdungsbeurteilung, regelmäßige Schulungen und der Einsatz moderner Technologien tragen entscheidend dazu bei, Risiken zu minimieren und die Produktivität zu steigern.
Damit wird Sicherheit zu einem wesentlichen Bestandteil nachhaltiger Unternehmensführung:
Investitionen in Sicherheit zahlen sich langfristig aus – für Unternehmen, Mitarbeitende und die gesamte Organisation.
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